Montag, 14. September 2009
(Sächsische Zeitung)
Von Alexander Müller

Foto: Marko Förster
Geschafft, aber glücklich waren die Staffelläufer, die am Sonnabend gegen 20.30 Uhr in Königstein eintrafen. Nach dem Startschuss am Donnerstag in der Partnerstadt Königstein/Taunus ging die Staffel über die Partnerstädte in der Oberpfalz und in Tschechien insgesamt 630 Kilometer weit bis in die sächsische Festungsstadt. Als Erinnerung an den Lauf bekamen alle vier Städte einen Sandsteinpokal.
Mächtig geschwitzt haben dieses Wochenende viele Besucher des Königsteiner Stadtfestes. Das lag aber nicht am Wetter. Schweißtreibend war die Arbeit auf einem der Laufbänder am Stand der Königsteiner Volleyballgemeinschaft, die am Sonnabend von 8 bis 19 Uhr permanent besetzt bzw. – besser – beschritten waren. „Wir laufen parallel zu der 630-Kilometer-Staffel unserer Sportler“, erklärt Tino Hortsch.
Am frühen Morgen waren vergangenen Donnerstag 17 Läufer der Königsteiner Volleyballgemeinschaft in der Partnerstadt Königstein im Taunus gestartet. Über das Königstein in der Oberpfalz und das tschechische Trmice schafften sie es bis zum späten Sonnabendabend ins heimische Königstein.
Doch die Laufbandaktion auf dem Stadtfest gab es nicht nur, um den Menschen die Wartezeit zu verkürzen. Gerannt wurde für einen guten Zweck. Für jeden gelaufenen Kilometer gab es für die Grund- und Mittelschule Königstein eine finanzielle Unterstützung. Am Ende waren es 1200 Euro. Die Königsteiner Schüler konnten dabei gleich doppelt profitieren. Zum einen ist das Geld natürlich wichtiges Kapital für ihre Bildung, zum anderen konnten sie mit der Aktion auch ihren Notenschnitt verbessern. „Alle Mittelschüler, die dreimal für fünf Minuten auf dem Band laufen, bekommen eine Eins“, berichtet Tino Hortsch, der gleichzeitig Sportlehrer an der Einrichtung ist.
Natürlich wurde auf der Jubiläumsfeier mehr als Sportliches geboten. Das Programm zu den drei Festtagen konnte sich sehen lassen. Die Kleinsten hatten ihren Spaß etwa mit Basteln und Karussellfahren.
„Wir finden dabei vor allem den Blick von der Festwiese genial“, sagt Holger Behrmann aus Rostock, der mit seiner Familie in der Sächsischen Schweiz Urlaub macht. „Sie gibt Sicht auf die Festung und liegt direkt an der Elbe.“
Auf der schipperten immer wieder genüsslich die Schiffe der Dresdner Raddampferflotte entlang. Wer wollte, konnte sich auf dem Stadtfest einen der Dampfer holen – zumindest als Modell. Die Königsteiner Modell-Raddampfer- Manufaktur hatte ebenfalls einen Stand und konnte von einer kleinen Erfolgsgeschichte berichten. „Erst war es eine Idee, doch seit Anfang des Jahres produzieren wir“, erzählt Tobias Kummer. Vier Jahre Entwicklung waren dem vorangegangen.
Einen weiteren der vielen Höhepunkte des Stadtfestes gab es dann gestern zu seinem Abschluss mit dem großen Festumzug durch Königstein. Der endete wieder auf der Festwiese, wo die Menschen trotz der zum Teil nasskalten Außenbedingungen auf die nächsten mindestens 630 Königsteiner Jahre anstoßen konnten.